Campus4Dogs in Bad Laer – NOZ Beitrag vom 26.02.2026
Von Carolin Hlawatsch
Wenn Katharina Kasselmann in ihrer Wohnung in Hagen aTW den Leckerlibeutel vorbereitet, dauert es nicht lange, bis Kurzhaardackeldame Malou aufmerksam parat steht. Die 13-jährige Hündin kennt das Ritual genau: „Mini Dogs-Kurs“ ist ihr wöchentlicher Höhepunkt. Kaum öffnet sich die Transportbox, sitzt Malou erwartungsvoll darin. Autofahren? Großartig. Hundeschule? Noch besser.
Im „Mini Dogs-Kurs“ bei Campus4Dogs in Bad Laer ist Malou die älteste aktive Teilnehmerin – und zugleich eine der motiviertesten. Trotz ihres gestandenen Alters ist die kleine Dackeldame körperlich und geistig erstaunlich fit. Dass sie sich heute wie eine „kleine Rakete“ durch den Parcours bewegt, liegt nicht nur an guten Genen und liebevoller Fürsorge, sondern auch an regelmäßiger, gezielter Bewegung und mentaler Auslastung.
„Das ist außergewöhnlich für einen dreizehnjährigen Hund“, betont Hundeschulleiter Frank Unnewehr. Zwar gelten kleinere Rassen wie Dackel als langlebig, doch ein solches Maß an Fitness und Lebensfreude sei keineswegs selbstverständlich. Aus eigener Erfahrung als Dackelhalter weiß er: Kleine Hunde werden im Alltag häufig körperlich überschätzt und gleichzeitig mental unterschätzt. Genau hier setzt der speziell entwickelte Mini Dogs-Kurs an.
Das Trainingsformat richtet sich an kleine Hunde ab einem Jahr und ist konsequent auf ihre körperlichen Voraussetzungen abgestimmt – „für kleine Körper und große Persönlichkeiten“. Ohne Leistungsdruck und ohne Wettkampfcharakter stehen Koordination, Balance und Beweglichkeit im Mittelpunkt. Im Parcours warten Rampen, Wippen, Tunnel und weitere Elemente, die regelmäßig neu kombiniert werden. Ziel ist es, die Hunde körperlich zu fördern und gleichzeitig geistig zu fordern.
Neben Malou nehmen auch weitere ältere Hunde – kleine wie große – an den Trainings teil. Besonders für Seniorhunde eignen sich Übungen, die Gleichgewicht, sanfte Rückendehnung und Muskelfestigung fördern. Wichtig ist dabei immer die individuelle Anpassung an die körperliche und geistige Verfassung. Ruhige Mobility-Übungen und gelenkschonende Parcoursarbeit bieten eine ideale Kombination aus Bewegung und Konzentration.
Sobald Malou das Trainingsgelände oder bei schlechtem Wetter die Halle von Campus4Dogs betritt, verwandelt sie sich sichtbar. „Dann wird sie zur kleinen Rakete“, erzählt Hundetrainerin Yvonne Orwat schmunzelnd. Mit Begeisterung meistert die Dackeldame die aufgebauten Stationen und würde am liebsten noch eine Extraschicht einlegen, wenn die Stunde endet. Erst ein Leckerchen überzeugt sie schließlich vom Feierabend.
Dabei war ihr Weg dorthin nicht von Anfang an geradlinig. Bereits 2019 begann Katharina Kasselmann mit Malou einen Kurs zum Laufen an lockerer Leine. „Da habe ich gemerkt: Malou ist schlau, sie will arbeiten.“ Beim ersten Mini Dogs-Training bellte die Dackeldame jedoch eine ganze Stunde lang – zu viel Aufregung, zu viele Hunde. Erst der regelmäßige Spieletreff brachte die nötige Ruhe und sorgte für echte Hundefreundschaften. Mit der Zeit entwickelte sich Malou vom quirlig-aufgeregten Wirbelwind zur souveränen Kursteilnehmerin.
Malou kam im Alter von sechseinhalb Jahren zu ihrer heutigen Halterin. Aufgewachsen mit Dackeln, suchte Kasselmann erneut nach einem kleinen „Charakterkopf“. Nachdem sie im Tierheim nicht fündig geworden war, stieß sie auf einen Züchter aus Paderborn: Malou war zurückgegeben worden, weil ihre Vorbesitzerinnen überfordert waren. „Sie war quirlig und kannte wenig. Wir mussten viel nachholen“, erinnert sich Kasselmann.
Heute lebt Malou nach dem Motto: Wer rastet, der rostet. Feste Termine in der Hundeschule, soziale Kontakte und gezielte Bewegung gehören zu ihrem Alltag – ansonsten führt sie ein ganz normales Hundeleben. Weder Spezialfutter noch häufigere Tierarztbesuche sind nötig. „Vom Alter merke ich im Alltag kaum etwas“, sagt ihre Halterin. „Ich hoffe, das bleibt noch lange so.“
Malou ist damit nicht nur die älteste Teilnehmerin im Mini Dogs-Kurs von Campus4Dogs, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie gezielte Bewegung, geistige Auslastung und ein liebevolles Umfeld dazu beitragen können, Hunde bis ins hohe Alter fit und lebensfroh zu halten.
Weitere Artikel von der NOZ – Carolin Hlawatsch