Zwischen guter Beratung und Bevormundung – wenn Züchter, Trainer und Hundehalter unterschiedliche Vorstellungen haben!
Wenn gute Ratschläge zur Verunsicherung werden
„Mein Züchter hat gesagt …“
Diesen Satz hören wir bei Campus4Dogs immer häufiger.
Und oft beginnt genau an diesem Punkt die Verunsicherung vieler Hundehalter.
Der Züchter empfiehlt das eine, die Hundeschule etwas anderes. Im Internet finden sich unzählige weitere Meinungen und in sozialen Medien scheint ohnehin jeder Experte zu sein. Am Ende steht häufig ein Hundehalter, der nur das Beste für seinen Hund möchte und nicht mehr weiß, welchem Rat er folgen soll.
Dabei haben die meisten Beteiligten zunächst gute Absichten.
Verantwortungsvolle Züchter möchten ihre Welpen bestmöglich auf das Leben vorbereiten und stehen ihren Käufern auch nach der Abgabe mit Rat und Tat zur Seite. Das ist wertvoll und wichtig.
Dennoch erleben wir zunehmend Situationen, in denen Empfehlungen zu festen Vorgaben werden oder Hundehalter das Gefühl bekommen, bestimmte Entscheidungen nicht mehr selbst treffen zu dürfen.
Da wird empfohlen, bestimmte Gesundheitsuntersuchungen durchführen zu lassen, Hunde auf Ausstellungen vorzustellen oder ausschließlich ein bestimmtes Futter zu verwenden. Manche Käufer berichten von Vorgaben zur Zucht, zur Kastration oder sogar zur Wahl der Hundeschule.
Natürlich können viele dieser Empfehlungen sinnvoll sein. Doch nicht jede Empfehlung ist automatisch für jeden Hund und jede Familie die richtige Lösung.
Jeder Hund ist ein Individuum.
Was für einen Hund hervorragend funktioniert, kann für einen anderen Hund völlig ungeeignet sein.
Wenn aus Unsicherheit echte Probleme entstehen
Besonders problematisch wird es, wenn Hundehalter aus Unsicherheit ständig die Trainingsrichtung wechseln.Vor einiger Zeit begleiteten wir ein Welpenteam beim Aufbau der Leinenführigkeit. Der junge Hund entwickelte sich altersgerecht und machte Fortschritte. Die Besitzerin hatte jedoch das Gefühl, dass die Entwicklung nicht schnell genug voranging und fragte ihren Züchter um Rat.
Dieser empfahl einen anderen Trainer.Dort wurde mit körperlichen Korrekturen gearbeitet. Der Welpe reagierte zunehmend verunsichert und verlor sichtbar Vertrauen zu seiner Besitzerin. Als die Halterin schließlich wieder zu uns kam, stand sie weinend auf dem Trainingsplatz. Der Welpe wollte kaum noch mitarbeiten und wir mussten zunächst wieder Vertrauen und Sicherheit aufbauen.
Niemand hatte dabei schlechte Absichten.
Der Züchter wollte helfen.
Die Besitzerin wollte das Beste für ihren Hund.
Der Trainer war von seiner Methode überzeugt.
Und dennoch entstand ein Problem, das zuvor gar nicht vorhanden war.
Für uns zeigt dieser Fall etwas sehr Wichtiges:
Das wichtigste Trainingsziel eines Welpen ist nicht die perfekte Leinenführigkeit.
Nicht der perfekte Rückruf.
Nicht das perfekte Sitz.
Das wichtigste Trainingsziel eines Welpen ist Vertrauen.
Vertrauen ist die Grundlage für alles
Ein Welpe sollte lernen:
• Mein Mensch gibt mir Sicherheit.
• Mein Mensch ist fair und verständlich.
• Mein Mensch hilft mir bei Herausforderungen.
• Mit meinem Menschen lohnt sich Zusammenarbeit.
Auf diesem Fundament entsteht eine stabile Beziehung. Und genau diese Beziehung ist die Grundlage für jedes weitere Training.
Deshalb möchten wir Hundehaltern Mut machen, Informationen kritisch zu hinterfragen und sich nicht von jeder neuen Empfehlung verunsichern zu lassen.
Höre dir unterschiedliche Meinungen an.
Informiere dich.
Stelle Fragen.
Aber gib einem Trainingsweg auch Zeit.
Gutes Hundetraining ist kein Wettlauf.
Es geht nicht darum, möglichst schnell Ergebnisse zu erzielen. Es geht darum, gemeinsam mit dem Hund zu wachsen, Vertrauen aufzubauen und einen Weg zu finden, der zu euch beiden passt.
Genau dabei begleiten wir dich und deinen Hund bei Campus4Dogs – DIE Hundeschule in Bad Laer
Mit Herz, Verstand und echter Leidenschaft für Mensch & Hund.